Es schreit ein kleines Gespenst ganz laut,
weil es wird von einem großen ganz schlimm verhaut.
Das große haut es aus dem Kleide,
oh leide, leide.
Jetzt sieht man seine dünnen Beine,
die nicht dicker als ein Fädchen sind.
Die nimmt ein kleines Mädchen spitz,
mit der Nadel auf und näht ganz heimlich
für die Puppe Augeklappmalauf
ein Spitzenkleide.
Die bildet sich jetzt stolz was ein
und glaubt sie tanzt in feiner Seide.

Dreh mich nicht so schnell herum,
ruft das Gespenst jetzt laut,
du hast mir meine Beinchen
für dein Kleid geklaut.
Schrumm, schrumm, die wumbumbum!
Brummt der Kreisel.
Und immer noch drehen sich
Gespenst und Puppendame im Kreise,
nach seiner Weise.
"Ach", seufzt das kleine Gespenst
ins Ohr des Püppchens,
„daß ich einmal so glücklich wäre,
wer konnte das auch wissen!“
Schwenkt es wild herum,
das Püppchen im Seidenkleide,
gewirkt aus seinen dünnen Beinen..
und mit einem lauten Juchhu
fallen beide um, ach, wie dumm!

Das kleine Mädchen ganz erschreckt, ruft:
„Oh, meine schöne Puppe liegt im dunklen Eck!“
Schuh, schuhu, fährt auf ein weißer Nebel,
wo ist der Fensterhebel? Schnell ich muß hier raus,
bevor mich das große Gespenst verhaut, au, au!

So kann es geschehen,
wenn Groß und Klein sich nicht verstehen
und einer den anderen einfach nur so verhaut.

Das kleine Gespenst schlüpft durch die Wand
und bleibt auf immer unerkannt.
Die Puppe Augeklappmalauf macht diese zu.
Erschöpft schläft sie in des Mädchens Armen.

Die Gespenster groß und klein, finden nun,
verhauen gar nicht fein.
Sie lachen sich freundlich zu
und spielen Blinde - Kuh, wie du und ich .
Eene,  meene, muh,
eins, zwei, drei und frei bist du.

 

UTE  KUGEL - ERBE
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